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Humanoide Roboter statt selbstfahrende Autos

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Humanoide Roboter statt selbstfahrende Autos
© Anita Neuron / web40art.com

Selbstfahrende Autos sind eines der großen Zukunftsthemen und werden heutzutage fast ausnahmslos als eine Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen betrachtet. Man könnte theoretisch auch alte Benziner oder Diesel, sogar Oldtimer mit einer KI gesteuerten Mechanik für das autonome Fahren ausstatten. Die KI würde dann mit Hilfe von Elektromotoren, die auch wieder einen Akku bräuchten, nur Gaspedal, Bremse, Lenkung und Kupplung betätigen und Licht, Blinker und Hupe steuern.

Der Antrieb bliebe aber konventionell. Eine solche Umrüstung oder Erweiterung alter Verbrenner ist in Zeiten der Klimakatastrophe natürlich nicht mehr erwünscht und wäre wohl auch teurer, als die Anschaffung eines neuen Elektrofahrzeuges mit Selbstfahrfunktion.

Dass ein Fahrzeug mit herkömmlichen Verbrennungsmotor auch ohne teure Umrüstung zum selbstfahrenden Auto wird, geht aber dennoch. Wenn auch nur auf dem indirekten Weg, mit Hilfe eines humanoiden Roboters, der sich dann als Chauffeur ans Steuer setzt. Science-Fiction? Und wer könnte das wollen?

Klimaaktivisten wohl eher kaum. Man könnte meinen, diese Idee stamme von einem Lobbyisten der deutschen Automobilindustrie. Denn schließlich könnten sich Kunden, die sich autonomes Fahren wünschen, nun doch noch einmal für den Kauf eines Verbrenners entscheiden. Zwar erhalten sie beim Kauf eines Elektrofahrzeuges heutzutage auch noch kein autonom fahrendes Auto, aber hier kommt die Psychologie ins Spiel. Die Vorstellung, ein Fahrzeug mit einer KI gesteuerten Selbstfahrfunktion nachzurüsten, wie etwa damals beim Nachrüsten mit einem Katalysator, wird immer nur mit einem Elektrofahrzeug verbunden, auch wenn das aus Kostengründen wahrscheinlich genau so unrealistisch ist, wie das Nachrüsten eines Verbrenners. Dieses psychologische Kaufargument könnte dann aber wegfallen.

Elon Musk, Chef des E-Auto-Herstellers Tesla, kündigte beim AI Day nun aber überraschend an, dass Tesla plane, einen humanoiden Roboter zu bauen, wobei ein erster Prototyp bereits 2022 kommen soll. Der Roboter soll Technologie verwenden, die heute bereits in Tesla-Autos verwendet wird, etwa indem Daten, die Autopilotkameras im Kopf des humanoiden Roboters aufzeichnen, verarbeitet werden. Der Roboter soll etwa 176 Zentimeter groß sein und ca. 57 Kilogramm wiegen.

Das Autofahren bleibt aber wohl erst einmal beim Menschen oder bei den selbstfahrenden Autos. Der Roboter soll aber etwa 20 Kilogramm Einkäufe in die Wohnung tragen können und sich mit einer durchschnittlichen Schrittgeschwindigkeit eines Menschen fortbewegen, wenn gewünscht, auch schneller. Soweit die Ankündigung von Elon Musk.

Science-Fiction Fans können sich aber leicht vorstellen, dass ein derart fortschrittlicher Roboter irgendwann auch die Aufgabe eines Chauffeurs übernehmen könnte. Da der Anschaffungspreis wohl ähnlich hoch sein wird, wie der eines neuen E-Autos und Konsumenten auch nicht über unbegrenzte finanzielle Mittel verfügen, würden sich viele wohl für den Robbi entscheiden, und den alten Verbrenner noch weiter fahren oder sogar einen neuen kostengünstigeren Verbrenner kaufen, zusätzlich zum Roboter.

Die Verbrenner-Autoindustrie kann sich jedenfalls freuen. Vielleicht wird sie so doch noch ein paar mehr Verbrenner los. Elon Musk kann sich doppelt freuen. Entweder kaufen die Menschen ein selbstfahrendes E-Auto oder einen Roboter.

Aber vielleicht erleben wir auch noch eine andere Entwicklung: Zunächst verschwinden immer mehr Autos aus den Städten, sowohl E-Autos, als auch Verbrenner und es laufen mehr Roboter durch die Straßen und schleppen Einkaufstaschen. Anders sieht es auf dem Land aus. Insgesamt nimmt die Anzahl der Autos aber ab, zugunsten der Roboter. Befürchtungen, dass einem draußen bald nur noch Roboter begegnen und fast keine Menschen mehr, bewahrheiten sich aber nicht. Stattdessen begegnen einem mehr Menschen, die Fahrrad fahren und ihre Einkäufe selbst erledigen. Warum? Weil´s immer mehr Spaß macht ohne soviel Autoverkehr durch die Straßen zu radeln.

Eine Sache bliebe aber noch zu erwähnen: Man stelle sich einmal vor, ein Vorstandsvorsitzender einer deutschen Automobilindustrie würde Pläne zum Bau eines humanoiden Roboters bekannt geben. Unvorstellbar! Viele würden sich fragen, ob dieser Mensch nicht vielleicht einen Joint geraucht hat. Da muss uns eben erst ein Elon Musk erklären, wie die Zukunft wird.

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