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GML Verallgemeinernde Auszeichnungssprache

GML Verallgemeinernde Auszeichnungssprache
Bild (bearbeitet): Pixabay | Bild-Info

"Auszeichnungen" (engl. Markups) in einem Text dienten ursprünglich in der Druckindustrie dazu, dem Setzer Anweisungen zu geben, wie der Text in Absätze gegliedert, an welchen Stellen Bilder oder Tabellen eingefügt werden sollten oder ähnliches. Dazu ergänzten die Autoren ihre Texte mit zusätzlichen Notizen, die später nicht mit im Druck erscheinen sollten, sondern nur für den Setzer bestimmt waren.


Mit Beginn des Computerzeitalters wurden immer mehr elektronische Dokumente erstellt. Auch die elektronischen Dokumente enthielten Anweisungen, z.B. für die Seitengestaltung, Schriftarten oder Zeilenabstände, die jedoch vom Textverarbeitungssystem festgelegt und für das jeweils angeschlossene Ausgabegerät wie Bildschirm oder Drucker bestimmt waren.

Bei den elektronischen Dokumenten handelte es sich oft auch um sehr umfangreiche Dokumentationen, z.B. Betriebsanleitungen für Großrechenanlagen, an denen gleich mehrere Verfasser mitwirkten. Hierbei trat jedoch das Problem auf, dass bei der Weitergabe des Dokuments, die vielen darin enthaltenen Anweisungen, die für das jeweilige Ausgabegerät bestimmt waren, geändert werden mussten, wenn die anderen Verfasser nicht über das gleiche Textverarbeitungssystem mit entsprechendem Ausgabegerät verfügten.

Dieses Problem wurde 1969 von den IBM-Mitarbeitern Charles Goldfarb, Edward Mosher und Raymond Lorie mit der Entwicklung der so genannten "Generalized Markup Language" (GML) gelöst, was soviel wie "Verallgemeinernde Auszeichnungssprache" bedeutet.

Eine "Auszeichnungssprache" (engl. Markup Language) ist eine Sammlung von Anweisungen, auch "Tags" genannt, die oft aus einer Folge von Symbolen und Zeichen bestehen und an bestimmte Stellen in einem Dokument eingefügt werden, um die Struktur oder weitere Eigenschaften des Dokuments zu beschreiben.

Mit GML war es möglich, elektronische Dokumente zu verfassen, ohne darauf achten zu müssen, dass verschiedene Peripheriegeräte wie Bildschirme oder Drucker jeweils unterschiedliche Angaben für die Seitengestaltung, Schriftarten oder Zeilenabstände benötigten.

Die einzelnen Elemente des Textes, das sind z.B. Überschriften, Absätze, Auflistungen oder Tabellen, wurden im Dokument markiert, indem sie mit "Markups", auch "GML-Tags" genannt, versehen wurden, die dem Dokument somit eine logische Strukturierung verliehen.

In einem so genannten "Profil", dass noch zusätzlich mit im Dokument angegeben wurde, konnten dann noch spezielle Angaben für das jeweilige Ausgabegerät gemacht werden, z.B. ob der Zeilenabstand des Textes auf dem Bildschirm größer dargestellt werden sollte als bei einem Ausdruck auf Papier.

Beispiel:

:h1.Dies ist die Überschrift
:p.Dies ist ein normaler Text innerhalb eines Absatzes. Dies ist ein normaler Text innerhalb eines Absatzes. Dies ist ein normaler Text innerhalb eines Absatzes. Dies ist ein normaler Text innerhalb eines Absatzes.
:p.Dies ist ein normaler Text innerhalb eines Absatzes. Dies ist ein normaler Text innerhalb eines Absatzes. Dies ist ein normaler Text innerhalb eines Absatzes. Dies ist ein normaler Text innerhalb eines Absatzes.
:ol.
:li.Eintrag in einer Liste
:li.Eintrag in einer Liste
:li.Eintrag in einer Liste
:eol.
:p.Dies ist ein normaler Text innerhalb eines Absatzes. Dies ist ein normaler Text innerhalb eines Absatzes. Dies ist ein normaler Text innerhalb eines Absatzes. Dies ist ein normaler Text innerhalb eines Absatzes.

  • In diesem Beispieldokument ist ":h1." das erste "GML-Tag". Durch diese Markierung wird die Zeile zu einer Überschrift.
  • Absätze werden mit ":p." markiert.
  • Eine Auflistung beginnt mit ":ol." und endet mit ":eol.".
  • Die einzelnen Listeneinträge innerhalb der Auflistung werden jeweils durch ein ":li." am Anfang markiert.

Durch die GML-Tags erkennt das Textverarbeitungssystem Art und Reihenfolge der Textelemente, wie in diesem Beispieldokument Überschrift, Absätze oder Auflistung. Wie die einzelnen Textelemente dann auf dem Ausgabegerät dargestellt werden sollen, kann das Textverarbeitungssystem hier nicht erkennen. Dazu müsste noch das entsprechende "Profil" für das jeweilige Ausgabegerät mit angegeben werden.

Auch der nächste Bearbeiter erkennt anhand der GML-Tags Art und Reihenfolge der Textelemente. Er kann Textelemente löschen, ändern oder weitere hinzufügen, wie z.B. Absätze, die er dann auch wieder mit GML-Tags markiert. Möchte er ein anderes Ausgabegerät verwenden als der erste Verfasser, so braucht er nur noch das "Profil" anzupassen.

Nach 1969 wurde GML in den folgenden Jahren noch weiterentwickelt und dann im Jahre 1986 unter der Bezeichnung "SGML" zum internationalen Standart (ISO 8879) erklärt.

SGML steht für Standard Generalized Markup Language.

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